Gemeinsame Pressemitteilung Nationalparkverwaltung Eifel im Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Bundesforstbetrieb Rhein-Weser und Biologische Station StädteRegion Aachen

Bachpassagen erschwert

Maßnahmen des EU geförderten LIFE+ Projekts im Nationalpark gehen weiter. Voraussetzungen für die Entwicklung von naturnahen Bachtälern werden geschaffen.

Schleiden, 30. April 2013. Aktuell rollen auf der Dreiborner Hochfläche wieder die Bagger. Nach dem langen Winter gehen die Bauarbeiten im Rahmen des LIFE+ Projekts „Wald.-Wasser- Wildnis“ weiter.

Ziel der Maßnahmen ist es, die Gewässer wieder in ihrem gesamten Lauf für Tiere wie Groppe und Bachforelle durchwanderbar zu machen und eine natürliche Gewässerdynamik zuzulassen. Dämme von ehemaligen Panzerüberfahrten werden dazu zurückgebaut und Verrohrungen entnommen. Auch im Bereich der Wanderwege am Mückenbach, Mühlenbach und Hollersief wird gearbeitet.

Durch den Baustellenbetrieb ist für Wanderer die Passage erschwert. Besucher des Nationalparks können die Wege auf eigene Gefahr weiterhin nutzen, werden aber gebeten, auf Baustellenfahrzeuge zu achten. Die Arbeiten werden voraussichtlich noch bis voraussichtlich Ende Mai anhalten. Die Biologische Station Städteregion Aachen betreut die Maßnahmen.

Hintergrundinformationen
Das LIFE+ „Wald – Wasser – Wildnis“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Nationalparkverwaltung Eifel und der Biologischer Station StädteRegion Aachen e.V.. Für die Umsetzung der gewässerbaulichen Maßnahmen im LIFE+ Projekt ist die Biologische Station Aachen verantwortlich. Da der ehemalige Truppenübungsplatz Vogelsang auf der Dreiborner Hochfläche dem Bund gehört, werden die Flächen von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) betreut. Daher finden die Maßnahmen hier in Kooperation mit der BImA statt.

Die Projektgebiete sind Teil von Natura 2000, einem europaweiten Netz von Schutzgebieten. Mit Natura 2000 sollen wildlebende Tier- und Pflanzenarten sowie bedeutende Lebensräume langfristig erhalten werden. Die Maßnahmen an den Bächen tragen dazu bei, dass die zum Laichen wandernden Fische ein durchgängiges Gewässer ohne Hindernisse und Beeinträchtigungen vorfinden. Die Eifelbäche wieder durchgängig zu machen dient nicht nur den Fischen. Viele Gewässer-Kleintiere leben zwischen den Steinen im Bachbett und sind wichtiger Bestandteil der Nahrungskette des Wasserlebensraumes. Sie werden häufig Bach abwärts gespült. Barrieren wie Rohre und Abstürze im Gewässer verhindern, dass sie wieder Bach aufwärts wandern können. Solche Barrieren können zu einer Artenverarmung in oberhalb liegenden Bachabschnitten führen.

Mit dem Finanzierungsinstrument LIFE+ fördert die Europäische Union Naturschutzmaßnahmen in Natura 2000-Gebieten. Das mit rund 4,2 Millionen Euro ausgestattete LIFE+ Projekt wird zur Hälfte von der Europäischen Union (LIFE+) und dem Land Nordrhein-Westfalen finanziert.
Im Rahmen des LIFE+-Projekts „Wald – Wasser – Wildnis“ werden bis Ende 2015 weitere Renaturierungsmaßnahmen im Nationalpark Eifel durchgeführt. In den Bachtälern des Kermeters sowie in Bereichen der Dreiborner Hochfläche, Dedenborn und Wahlerscheid werden entlang der Bäche nicht heimische Nadelbäume entfernt, Rohre und Wehre entfernt und Bachbegradigungen rückgängig gemacht. Insgesamt werden im Projekt etwa 500 Hektar Wald und etwa 60 Kilometer Bachläufe in einen naturnahen Zustand versetzt, den Weg in die Wildnis bahnt sich die Natur dann selbst.