Naturschutzprojekt LIFE+ gibt Wildnis im Nationalpark richtig Schub

Simmerath-Einruhr, 25. Februar 2011. „Wald Wasser Wildnis" ist das Motto des Nationalparks Eifel. Um Wald und Wasser geht es auch in dem von der Europäischen Union und dem Land Nordrhein-Westfalen mit knapp 4,2 Millionen Euro geförderten LIFE+-Projekt „Optimierung von FFH-Lebensräumen im Nationalpark Eifel", Kurztitel „Wald-Wasser-Wildnis". Hier wird in den nächsten fünf Jahren das Nationalparkforstamt Eifel im Landesbetrieb Wald und Holz NRW zusammen mit der Biologischen Station StädteRegion Aachen e.V. für mehr Wildnis sorgen.

Die Finanzmittel des Projektes stammen je zur Hälfte aus dem EU-Förderprogramm LIFE+ „Natur & Biodiversität" der Europäischen Union und dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. Für NRW-Umweltminister Johannes Remmel leistet das LIFE+-Projekt einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz: „Der Erhalt der Artenvielfalt steht im Zentrum unserer Politik. Dafür brauchen wir intakte Naturräume. Das LIFE+-Projekt ‚Wald-Wasser-Wildnis' ist ein Beispiel dafür, wie wichtige Schutzgebiete in einen natürlichen Zustand zurückgeführt werden können. Wir richten damit Ruhezonen ein und bieten seltenen Tier- und Pflanzenarten langfristig einen natürlichen und ursprünglichen Lebensraum."

„Wald-Wasser-Wildnis" ist eines der drei im letzten Jahr von der EU-Kommission zur Förderung ausgewählten Naturschutz-Projekte in Nordrhein-Westfalen. Damit ist das Bundesland deutschlandweit auch in dieser Förderperiode wieder Spitzenreiter. Insgesamt wurden im letzten Jahr sieben deutsche LIFE+-Projekte von der EU zur Förderung ausgewählt. Haben bisher v.a. die Biologischen Stationen in NRW die Anträge gestellt und mit ihrem Fachpersonal und einem lang bewährtem Netzwerk aus Behörden und anderen Institutionen umgesetzt, so stellt im LIFE+-Projekt „Wald-Wasser-Wildnis" eine Landesforstbehörde den Antrag und setzt das Projekt zusammen mit einer Biologische Station um.

Um die Zusammenarbeit zu besiegeln, unterzeichneten der Leiter der Nationalparkverwaltung Eifel, Henning Walter, und die Vorsitzende der Biologischen Station, Doris Tomski, einen Partnervertrag. Mit den Fachkräften aus den beiden Institutionen steht dem LIFE+- Projekt ein kompetentes Team zu Verfügung. Dies wird in den kommenden fünf Jahren über 500 Einzelmaßnahmen zur Renaturierung durchführen. "Die Förderung des Nationalparks Eifel im Rahmen eines LIFE+-Projektes der EU zeigt die hohe Wertigkeit des Schutzgebietes auf, macht aber gleichzeitig deutlich, dass es noch Optimierungsmöglichkeiten gibt, die in diesem Projekt abgearbeitet werden können", so Henning Walter, Leiter des Nationalparkforstamtes Eifel. Doris Tomski, Vorsitzende der Biologischen Station StädteRegion Aachen e.V., sieht in dem LIFE+-Projekt „Wald-Wasser-Wildnis" die logische Fortsetzung der bisherigen Arbeiten zur Revitalisierung von Gewässerlebensräumen: „Bereits im LIFE-Projekt „Lebendige Bäche", das wir gemeinsam mit der Biologischen Station Euskirchen 2003 bis 2009 durchgeführt haben, standen Maßnahmen zur Förderung der Gewässerdurchgängigkeit und die Renaturierung von Bachauen im Fokus der Bemühungen. Die Verbesserung des Lebensraumes Mittelgebirgsbach soll auch in diesem Projekt die Wiederansiedelung der Flussperlmuschel in der Eifel möglich machen. Mit der Ansiedelung des Steinkrebses im Projekt „Wald-Wasser-Wildnis" führt die Biostation Aachen ihre Artenschutzbemühungen fort".

Kontakt:
Anika Poetschke
LIFE+-Projekt „Wald-Wasser-Wildnis"
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Biologische Station Städteregion Aachen e.V.
Zweifaller Straße 164
52224 Stolberg
Telefon: 0049-(0)170-1558314
Telefax: 0049-(0)2402-12617-29
Mail: anika.poetschke@bs-aachen.de
Web: www.wald-wasser-wildnis.de

Am Ende von Verrohrungen bilden sich Abstürze, die Wanderbarrieren für Bachbewohner darstellen.

Am Ende von Verrohrungen bilden sich Abstürze, die Wanderbarrieren für Bachbewohner darstellen. © Biologische Station Aachen

Der Steinkrebs Austropotamobius torrentium

Der Steinkrebs Austropotamobius torrentium steht bundesweit unter Schutz © Dr. Harald Groß