Internationale Flusskrebstagung zu Gast im Nationalpark Eifel

Ausstellung "Flusskrebs & Co. – natürliche Bäche für die Eifel" im Kurhaus Schleiden-Gemünd noch bis zum 6. Oktober kostenfrei zu besichtigen

Die Projektleiterin Bettina Krebs bei der Eröffnung der Ausstellung zur Flusskrebstagung 2013

Die Projektleiterin Bettina Krebs bei der Eröffnung der Ausstellung zur Flusskrebstagung 2013 © Biologische Station Aachen

Schleiden-Gemünd, 13. September 2013. Mit der Eröffnung der Ausstellung „Flusskrebs & Co. – natürliche Bäche für die Eifel“ durch den Schleidener Bürgermeister Udo Meister und Euskirchener Landrat Günter Rosenke startete die Internationale Flusskrebstagung, die vom 13. bis 15. September 2013 im Kurhaus in Schleiden-Gemünd stattfindet.

Über Vorträge und Exkursionen in der Region tauschen sich über 100 Flusskrebsexperten, Biologen, Ökologen und andere Interessierte aus Italien, Großbritannien, der Schweiz, Österreich, Niederlanden, Lichtenstein und Deutschland über Themen wie Artenschutz-Projekte, Krebszucht sowie invasive Krebse aus. Die begleitende Ausstellung über Flusskrebs- und Fließgewässerschutz ist auch für Laien hoch interessant. Dabei sind Besucherlieblinge die Aquarien, in denen sechs verschiedene lebende heimische und nicht heimische Flusskrebsarten zu beobachten sind. Die Ausstellung im Kurhaus Scheiden-Gemünd ist noch bis zum 6. Oktober 2013 täglich von 12:30 bis 20:00 Uhr kostenfrei zu besichtigen.

Zur Tagung und Ausstellung hatten das Forum Flusskrebse sowie das Nationalparkforstamt Eifel im Landesbetrieb Wald und Holz NRW und die Biologische Station StädteRegion Aachen e.V. als Partner des LIFE+ Projekts „Wald Wasser Wildnis“ gemeinsam eingeladen. Im Rahmen des Projekts soll der vom Aussterben bedrohte Steinkrebs wieder im Nationalpark angesiedelt werden. Dies war der Anlass, sich im Rahmen der Projekttagung mit dem Thema Flusskrebse auseinander zusetzen. Mit dem Forum Flusskrebse konnte hierfür ein idealer Partner gewonnen werden. Das Forum Flusskrebse veranstaltet regelmäßig Tagungen zum Thema Flusskrebse. Die durch die Biologische Station und die Nationalparkverwaltung organisierte Tagung in der Eifel ist bereits die sechste Tagung des Zusammenschlusses von Krebsexperten. Unterstützt wird die Veranstaltung durch den Kreis Euskirchen und das Edelkrebsprojekt NRW.

Bei der Ausstellungseröffnung am Donnerstagabend hieß der Bürgermeister der Stadt Schleiden Udo Meister die Gäste willkommen. Im Anschluss daran hob Landrat Günter Rosenke in seiner Ansprache die Verantwortung des Kreises Euskirchen für den Flusskrebsschutz in NRW hervor: „Neben dem Rhein-Sieg-Kreis ist der Kreis Euskirchen der einzige Kreis in NRW, in denen beide Flusskrebsarten, der Edelkrebs und der Steinkrebs, noch vorkommen“. Aber auch hier leben beide Arten nur noch in einem kleinen Teil des ursprünglichen Verbreitungsgebiets. Schuld daran ist die ab 1880 mit amerikanischen Krebsarten eingeschleppte „Krebspest“. Dabei handelt es sich um eine für den Edel- und Steinkrebs, nicht aber für die amerikanischen Krebse, tödliche Erkrankung. Für einen weiteren Rückgang sorgten in der Vergangenheit der Verbau und die Begradigung von Fließgewässer sowie die Gewässerverschmutzung und anderer nichtheimische Krebsarten, die die heimischen verdrängen.  

Seither hat sich aber auch vieles im Bereich Gewässer- und Krebsschutz getan. Dies verdeutlichen die vielen Ausstellungstafeln zahlreicher Projekte aus der Region. Bei einer Führung durch die Ausstellung weist Dr. Harald Groß vom Kreis Euskirchen und vom Edelkrebsprojekt NRW unter anderem auf das Projekt „Ahr 2000“ hin. „Im Ahrsystem wurden durch das Projekt die Fließgewässer optimiert und erfolgreich wieder Edelkrebse ausgewildert“, weiß der Krebsexperte zu berichten. Bettina Krebs, Mitarbeiterin bei der Biologischen Station StädteRegion Aachen, stellt die Aktivitäten der regionaler LIFE+-Projekte „Lebendige Bäche in der Eifel“, „Rur und Kall- Lebensräume im Fluss“  sowie „Wald – Wasser - Wildnis“ vor. „Mit dem Förderprogramm LIFE unterstützt die Europäische Kommission das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000, davon profitiert auch der Lebensraum Fließgewässer“, so die Biologin. Höhepunkt der Ausstellung sind die sechs Aquarien in denen sowohl lebende heimische als auch nicht heimische Flusskrebsarten zu sehen sind.  Nach dem offiziellen Teil leitete ein Umtrunk zum musikalischen Teil des Abends, einem Solokonzert von Günther Hochgürtel, über.