Abschlussfeier des LIFE+ Projekts "Wald-Wasser-Wildnis" im Nationalpark Eifel

Rund 300 Gäste feierten auf Burg Dreiborn sechs Jahre erfolgreiche Naturschutzarbeit

Die Projektbeteiligten von Life+ „Wald-Wasser-Wildnis“

Die Projektbeteiligten von Life+ „Wald-Wasser-Wildnis“ (v.l.n.r.): Cornelia Zimmermann, Biologische Station Städteregion Aachen, Dr. Michael Röös (hinten), Leiter Nationalpark Eifel,  Dr. Martin Woike, Abteilungsleiter für Naturschutz und Forst im Umweltministerium Nordrhein-Westfalen, Gabriele Geitz, Leiterin Nationalparkbezirk Wolfgarten, Josef Wegge, Geschäftsführer Biologische Station Städteregion Aachen, Andreas Wiebe, Leiter Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Bettina Krebs, Projektleiterin Life+-„Wald-Waser-Wildnis“, Anika Poetschke und Marietta Schmitz, Biologische Station Städteregion Aachen, Henning Walter, ehemaliger Leiter Nationalpark Eifel. (Foto: A. Simantke/Nationalparkverwaltung Eifel)

Schleiden-Gemünd, 23. September 2016. Das Nationalparkforstamt Eifel bei Wald und Holz NRW und die Biologische Station StädteRegion Aachen e.V. feierten vergangenen Freitag den Abschluss ihres 2011 gestarteten gemeinsamen EU-Naturschutzprojekts „Wald-Wasser-Wildnis“. Rund 300 Gäste erschienen, darunter Vertreter aus Politik und Verwaltung, Naturschutzverbänden, Institutionen und Unternehmen. Sie ließen auf einer Wanderung durch Wüste- und Viehbachtal und einem anschließenden Festakt unter der Moderation von Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW, auf Burg Dreiborn das erfolgreiche Projekt Revue passieren.

In drei Natura 2000-Gebieten im Nationalpark Eifel wurde in sechs Jahren viel in Sachen Naturschutz bewegt. Ziel war es, den Lebensraum Mittelgebirgsbach sowie heimische Rotbuchen- und Auwälder zu verbessern und in der Fläche auszudehnen.

Sichtlich beeindruckt zeigte sich Dr. Martin Woike, Abteilungsleiter für Naturschutz und Forst im Umweltministerium Nordrhein-Westfalen, über die Vielzahl der erfolgreich durchgeführten Naturschutzmaßnahmen: „600 Hektar Maßnahmenflächen und 500 Einzelmaßnahmen, das ist eine beachtliche Bilanz und deutlich mehr als ursprünglich vorgesehen.“

Dr. Michael Röös, Leiter des Nationalparkforstamtes Eifel, und Projektleiterin Bettina Krebs von der Biologischen Station zeigten auf, was konkret getan wurde: So wurden nicht nur heimische Nadelbäume aus den Bachtälern entnommen, Rotbuchen unter Fichten gepflanzt und neu aufkommende Pioniergehölze durch Zäune vor Verbiss geschützt. Neue Wege ging das Nationalparkforstamt in Sachen Totholz. Einzelne Nadelbäume wurden in den Tälern belassen und aktiv zum Absterben gebracht. Das so geschaffene Totholz bietet Lebensstätten für eine Vielzahl von Tieren. Fallen abgestorbene Äste und Kronen in angrenzende Bäche, spielen sie dort als Strukturelement eine wichtige Rolle. Diesen Effekt hat sich das Team der Biologischen Station zunutze gemacht, indem Baumabschnitte in ehemals begradigte Bachabschnitte eingebracht wurden. Weiterhin entfernten Baufirmen über 100 Verrohrungen, Wehre und Befestigungen. Zudem wurden zwölf Bachstauen beseitigt oder umgebaut. Insgesamt 80 Kilometer Bachlauf sind somit wieder für Bachtiere durchgängig. „Begleitende wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Fische und andere Bachbewohner schon jetzt von den Wald- und Wassermaßnahmen profitieren“, berichtet Bettina Krebs.

Auch Jochen Pöttgen, Leiter der Regionalvertretung der Europäischen Kommission in Bonn, freut sich über den sinnvollen Einsatz der Fördergelder: „Der Nationalpark Eifel ist durch das EU-Projekt „Wald-Wasser-Wildnis“ noch attraktiver geworden. Davon profitieren nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen, die den Nationalpark besuchen, ihn erkunden und sich erholen. Gefreut hat mich auch, dass Sie Ihr Projekt der Öffentlichkeit so anschaulich dargestellt haben: Mit Ihrem Film zum Junior-Ranger haben Sie im Mai 2016 das Finale des „Natura 2000 Awards 2016“ der Europäischen Kommission erreicht.“ In Zukunft können sich die Besucher noch besser informieren: neu sind Informationstafeln an ausgewählten Wanderparkplätzen sowie eine Tour in der Wander-App der StädteRegion Aachen. Ein weiteres Highlight des Abends war die Vorstellung des druckfrischen Projekt-Comics „Mit Johanna und Jan durch den Nationalpark Eifel“. Auch die Nationalpark-Schule der Katholischen Grundschule in Dreiborn hat sich eingebracht: Schüler der präsentierten selbstgemalte Bilder, Geschichten und Lieder. Das Fest fand bei Musik und regionalen Speisen seinen Ausklang.