Der Steinkrebs

Der Steinkrebs Austropotamobius torrentium

Der Steinkrebs Austropotamobius torrentium steht bundesweit unter Schutz © Dr. Harald Groß

Ein weitgehend natürlicher Mittelgebirgsbach im Nationalpark Eifel

Die Mittelgebirsgbäche im Nationalpark Eifel liegen im Verbreitungsgebiet des Steinkrebses und weisen Kriterien für einen für diese Art geeigneten Lebensraum auf.

Wissenschaftlicher Name:

Austropotamobius torrentium

Systematik:

Der Steinkrebs gehört zu den Krebstieren. Innerhalb der Krebstiere wird er in die Klasse der "Höheren Krebstiere" eingeordnet.

Verbreitung, Vorkommen, Lebensraum:

Der Steinkrebs ist in Zentral- und Südosteuropa verbreitet. In Deutschland liegt der Verbreitungsschwerpunkt in Bayern und Baden-Württemberg. In den Mittelgebirgen Nordrhein-Westfalens – an der nördlichsten Verbreitungsgrenze des Steinkrebses – ist nur noch ein Vorkommen bekannt.

Er besiedelt kühle, sauerstoffreiche und unverschmutzte Bäche.

Gefährdungsstatus:

In Deutschland steht der Steinkrebs auf der "Roten Liste" und wird als "stark gefährdete" Art eingestuft. In Nordrhein-Westfalen gilt er als vom Aussterben bedroht.

Gefährdungsursachen:

Gewässerverschmutzungen durch Insektizide tragen ebenso wie Begradigungen und Uferbefestigungen dazu bei, dass die Steinkrebs-Bestände weniger werden. Darüber hinaus ist der Steinkrebs wie auch unser anderer heimischer Flusskrebs, der Edelkrebs, durch die Krebspest gefährdet.

Die Krebspest ist eine für die heimischen Krebse tödliche, seuchenartig verlaufende Infektionskrankheit. Sie wurde vor etwa 150 Jahren von Nordamerika nach Europa eingeschleppt. Ausgelöst wird die Krankheit durch den Schlauchpilz Aphanomyces astaci. Für die übertragenden nicht-heimischen Flusskrebse hingegen ist der Erreger ungefährlich.

Mit der Häutung des Übertragungskrebses gelangt der Pilz in das Wasser und beginnt mit der Produktion der Sporen. Die Krankheit befällt meist den gesamten Krebsbestand eines Gewässers, welcher dann innerhalb von drei Monaten gänzlich vernichtet wird.

Die Krebspest kann durch Tiere von einem Gewässer in das andere übertragen werden aber auch durch den Menschen. Die Pilzsporen bleiben an Gefieder, Fell, aber auch Gummistiefeln und Kleindung haften. Nicht selten werden infizierte nicht heimische Krebse von Privatpersonen in freie Gewässer ausgesetzt und verbreiten sich.

Lebensweise:

Steinkrebse sind nachtaktiv. Tagsüber halten sich die Tiere in Verstecken unter Steinen, Totholz, Wurzeln oder in Höhlen, die die Tiere in das Ufer graben, auf. Von etwa November bis Februar hält der Steinkrebs Winterruhe.

Steinkrebse können bei niedrigen Temperaturen und hoher Luftfeuchte einige Zeit außerhalb des Wassers leben. Sie können über Land wandern, um neue Lebensräume zu besiedeln.

Größe:

Der Steinkrebs kann eine Größe von etwa 8 bis 10 Zentimeter erreichen (kleinste Flusskrebsart Europas). In Ausnahmefällen können männliche Tiere auch 12 Zentimeter groß werden.

Alter:

Der Steinkrebs kann 12 Jahren alt werden.

Nahrung:

Sie fressen Kleintiere wie Insektenlarven und Muscheln sowie Aas und Wasserpflanzen.

Feinde:

Die Feinde des Steinkrebses sind unter anderem Otter, Fische, Vögel sowie Artgenossen.

Vermehrung:

Im Herbst erfolgt die Begattung der Weibchen, die mit 2-4 Jahren geschlechtsreif sind. Die weiblichen Tiere werden von den männlichen Tieren mit den Scheren festgehalten und auf den Rücken oder in Seitenlage gedreht.

Die Männchen heften kleine Samenpakete an den Hinterleib des Weibchens. Diese werden vom Weibchen aufgenommen, die darin enthaltenen Samen befruchten im darauffolgenden Frühjahr die Eier. Etwa 40 bis 70 Eier werden von einem Weibchen bis zum Schlüpfen der Jungtiere unter dem Schwanz getragen. Das Weibchen betreibt Brutpflege, indem es den Eiern Sauerstoff zu fächert und die abgestorbenen Eier aussortiert. Wenn die Larven im Frühsommer schlüpfen bleiben sie noch etwa 2 Wochen am Muttertier.