Makrozoobenthos

Die Larve der Steinfliege Dinocras cephalotes lebt in Mittelgebirgsbächen, bevor sie sich in ein Fluginsekt verwandelt

Die Larve der Steinfliege Dinocras cephalotes lebt in Mittelgebirgsbächen, bevor sie sich in ein Fluginsekt verwandelt © Brigitta Eiseler

Die Steinfliege Dinocras cephalotes: das flugfähige "erwachsene" Tier - auch Imago genannt - hält sich in Bachnähe auf

Die Steinfliege Dinocras cephalotes: das flugfähige "erwachsene" Tier - auch Imago genannt - hält sich in Bachnähe auf © Brigitta Eiseler

Das Monitoring

Das Makrozoobenthos, die Lebensgemeinschaft der am Gewässergrund lebenden und mit dem bloßen Auge sichtbaren Kleinlebewesen, stellt einen guten Indikator für Veränderungen im Bach dar. Es setzt sich unter anderem aus Strudelwürmern, Bachflohkrebsen und Larven von Libellen, Eintags- und Köcherfliegen zusammen. Im Rahmen des Monitorings wurde das Makrozoobenthos von 2011 bis 2016 untersucht. Es wurden Referenz-Probestellen für das jeweilige Fließgewässersystem und Maßnahmen-Probestellen, die die Veränderungen der Lebensgemeinschaft nach der Renaturierung aufzeigen sollten, eingerichtet. Ergänzt wurden diese durch Faunistik-Probestellen, die Aufschluss über das Artenspektrum geben. Hier wurden zudem die erwachsenen (Imagines), flugfähigen, an Land lebenden Tiere (Imagines) der Eintags-, Schlamm-, Stein- undKöcherfliegen gefangen. Bei diesen Gruppen ist die Artbestimmung anhand der Larven oft nicht möglich. Die Imaginalfänge ermöglichten eine genauere Bestimmung.

Das Ergebnis

Insgesamt konnten 131 Taxa (Arten, Gattungen, Familien etc.) nachgewiesen werden. Besonders hervorzuheben ist die in NRW nach der Roten Liste vom Aussterben bedrohte Köcherfliege Micrasema minimum. Eine weitere Besonderheit ist die Steinfliege Nemoura fulviceps. Diese in Nordrhein-Westfalen als gefährdet eingestufte Art wurde erst vor wenigen Jahren im Nationalpark als neu für die Eifel nachgewiesen.

Ziel der Untersuchungen war es, die Auswirkungen der durchgeführten gewässerbaulichen Maßnahmen und der Freistellung der Uferbereiche von standortfremden Fichten zu prüfen.

An allen untersuchten Abschnitten wurden keine negativen Veränderungen festgestellt, die auf die durchgeführten Umbaumaßnahmen in oder am Gewässer zurückzuführen wären.

Positive Entwicklungen, insbesondere dort, wo die unmittelbar an das Gewässer grenzenden
dichten Fichtenbestände entfernt wurden, konnten belegt werden, obwohl bei den Voruntersuchungen 2011 schon eine gute bis sehr gute Ausgangssituation festgestellt wurde.
Die Lebensgemeinschaft Im Schwarzbach hat die Lebensgemeinschaft des Makrozoobenthos nach den Waldumbaumaßnahmen deutlich profitiert, sie ist arten- und individuenreicher als vorher und weist naturraumtypische Arten auf.

Neu gestaltete oder angelegte Bachläufe wurden schnell aus den ober- und unterhalb gelegenen Gewässerabschnitten besiedelt.

Das Entfernen von Verrohrungen und die damit geschaffene Durchgängigkeit der Gewässer führte bisher nur vereinzelt zu kleinen Verbesserungen bei der Lebensgemeinschaft des Makrozoobenthos.

Die Ergebnisse des Monitoring des Makrozoobenthos 2012

Die Ergebnisse des Monitoring des Makrozoobenthos 2012 © Biologische Station Aachen