Makrozoobenthos

Die Larve der Steinfliege Dinocras cephalotes lebt in Mittelgebirgsbächen, bevor sie sich in ein Fluginsekt verwandelt

Die Larve der Steinfliege Dinocras cephalotes lebt in Mittelgebirgsbächen, bevor sie sich in ein Fluginsekt verwandelt © Brigitta Eiseler

Die Steinfliege Dinocras cephalotes: das flugfähige "erwachsene" Tier - auch Imago genannt - hält sich in Bachnähe auf

Die Steinfliege Dinocras cephalotes: das flugfähige "erwachsene" Tier - auch Imago genannt - hält sich in Bachnähe auf © Brigitta Eiseler

Das Monitoring

Das Makrozoobenthos, die Lebensgemeinschaft der am Gewässergrund lebenden und mit dem bloßen Auge sichtbaren Bachlebewesen, stellt einen guten Indikator für Veränderungen im Gewässer dar. Es setzt sich unter anderem aus Strudelwürmern, Bachflohkrebsen und Larven von Libellen, Eintags- und Köcherfliegen zusammen. Im Rahmen des Monitorings wurde das Makrozoobenthos an 30 Probestellen im Frühjahr 2011 und 2012 untersucht. Es wurden Referenz-Probestellen für das jeweilige Fließgewässersystem und Maßnahmen-Probestellen, die die Veränderungen der Lebensgemeinschaft nach der Renaturierung aufzeigen sollen,eingerichtet. Ergänzt wurden diese durch Faunistik-Probestellen, die Aufschluss über das Artenspektrum geben. Hier wurden zudem die erwachsenen (Imagines), flugfähigen, an Land lebenden Tiere (Imagines) der Eintags-, Schlamm-, Stein- undKöcherfliegen gefangen. Bei diesen Gruppen ist die Artbestimmung anhand der Larven oft nicht möglich. Die Imaginalfänge ermöglichten eine genauere Bestimmung.

Das Ergebnis

Insgesamt konnten 131 Taxa (Arten, Gattungen, Familien etc.) nachgewiesen werden. Besonders hervorzuheben ist die in NRW nach der Roten Liste vom Aussterben bedrohte Köcherfliege Micrasemaminimum. Eine weitere Besonderheit ist die Steinfliege Nemourafulviceps. Diese in Nordrhein-Westfalen als gefährdet eingestufte Art wurde erst vor wenigen Jahren im Nationalpark als neu für die Eifel nachgewiesen.

Die Bewertung

Eine erste Bewertung des Ausgangszustandes erfolgte nach dem PERLODES-Verfahren, das für die Wasserrahmenrichtlinie in Deutschland für Gewässer mit einem Einzugsgebiet größer 10 km² entwickelt wurde. Es lässt sich mit Einschränkungen auch auf kleinere Bäche übertragen.
Die Bewertung ergab, dass die Referenzprobestellen den ökologischen Zustandsklassen „sehr gut“und „gut“zugeordnet werden können. Die Bewertung der Probestellen in den Maßnahmenbereichen reicht von „sehr gut“ über „gut“ bis „mäßig“(eine Probestelle). Grundsätzlich ist dies ein sehr positives Ergebnis.

Zu beachten ist aber, dass in den Gewässerabschnitten, in denen Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung durchgeführt werden sollen, die gute Bewertung durch Zuwanderung von Tieren aus unbeeinträchtigten Abschnitten beeinflusst sein könnte. 2013 werden die Untersuchungen an ausgewählten Probestellen wiederholt. Dann können durch einen Vergleich der Daten gegebenenfalls weitere Schlüsse gezogen werden.

Die Ergebnisse des Monitoring des Makrozoobenthos

Die Ergebnisse des Monitoring des Makrozoobenthos © Biologische Station Aachen