Großmuscheln

Die Untersuchung

Die Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera) ist für Nordrhein-Westfalen nur noch für das Perlenbach-Fuhrtsbachtal nahe Monschau-Höfen belegt. Historische Quellen verweisen zudem auf ein Vorkommen der Flussperlmuschel in der Erkensruhr in den Nationalpark-Bezirken Dedenborn und Wahlerscheid. Da diese Gewässersysteme aber nie systematisch untersucht wurden und die Flussperlmuschel sehr alt werden kann, konnte nicht ausgeschlossen werden, dass hier Tiere überlebt haben. Vor Beginn der Untersuchung wurde davon ausgegangen, dass ein Teil der Gewässer im Projektgebiet aufgrund ihrer Habitatstruktur und Morphologie einen potentiellen Lebensraum für die Flussperlmuschel darstellt. Ein Fund der vom Aussterben bedrohten Artwürde der Schutzwürdigkeit ihres Lebensraumes besondere Priorität verleihen. Dies müsste bei den Fließgewässermaßnahmen besonders berücksichtigt werden.

Das Ergebnis

2011 wurde die Erkensruhr mit ihren Nebenbächen Püngelbach, Wüstebach, Gierbach und Sauerbach abgesucht. In keinem der Gewässer wurden lebende Großmuscheln oder auch nur Schalen gefunden. Außerdem hat die Untersuchung ergeben, dass alle Nebenbäche der Erkensruhr wegen ihres weitgehend grobkiesigen-steinigen Sohlsubstrats und ihrer großen Abflussdynamik für das Aufwachsen von Großmuscheln ungeeignet sind. Lediglich die Erkensruhr selbst weist im unteren Teileinige wenige Bereiche mit geeignetem Sohlsubstrat auf. Die Erkensruhr spielt somit als potentielles Aussatzgewässer für Flussperlmuscheln im Nationalpark eine untergeordnete Rolle.