Fische und Rundmäuler

Das Monitoring

Fische und Rundmäuler sind in besonderer Weise geeignet, die Beeinträchtigungen bzw. die Naturnähe mitteleuropäischer Fließgewässersysteme zu beurteilen. Denn beide Tiergruppen sind auf komplexe Lebensraumstrukturen angewiesen, leicht erfassbar, leicht bestimmbar und ihre Lebensraumansprüche weitgehend bekannt.

Die Ergebnisse des Monitorings Fische 2011

Die Ergebnisse des Monitorings Fische 2011 © Biologische Station Aachen

Das Ergebnis der Voruntersuchung

2011 wurde der Ist-Zustand der Fische und Rundmäuler durch Elektrobefischung vor Maßnahmenbeginn im und außerhalb des Nationalparks erhoben: An den Hauptgewässerläufen wurden Referenzprobestrecken eingerichtet, die die Fischfauna im gesamten Gewässersystem repräsentieren. Weiterhin untersuchten Fischexperten Probestrecken an Abschnitten, die im Rahmen des Projekts ökologisch aufgewertet werden sollen, wie  unter- und oberhalb einer Wanderbarriere.

Die Untersuchungen ergaben den Nachweis von zwei Fischarten, der Bachforelle und der Groppe. Bachforellen sind mit Ausnahme des oberen Sauerbaches an allen untersuchten Probestellen vorhanden. Defizite gab es an einigen Probestellen in Bezug auf Individuendichte und fehlender Reproduktion. Die Groppe kommt in der Erkensruhr bis zur Einmündung des Mückenbaches, im Unterlaufen des Sauerbaches sowie im Gier- und Mühlenbach vor. Im Püngelbach, im oberen Wüstebachtal (Erkensruhr), im Mühlenbach, im Viehbach und im Schwarzbach fehlt die bodenlebende Fischart bisher.

Das Ergebnis der Folgeuntersuchungen

Das Monitoring in den Jahren 2013, 2014 und 2015 hat ergeben, dass die Projektmaßnahmen eine positive Auswirkung auf die Fischfauna hat.

Nachdem die Umsetzung gewässeroptimierender Maßnahmen erfolgt war, konnte die Bachforelle erstmals an einer Probestelle im Oberlauf des Sauerbaches nachgewiesen werden. Die Groppe wurde erstmalig an drei Probestellen am Sauerbach, am Helingsbach und Mühlenbach vorgefunden. Diese Erstnachweise sind nach Einschätzung des Gutachters eindeutig den durchgeführten Maßnahmen zuzuschreiben.

Bei der Bachforelle konnten nach der Umsetzung gewässeroptimierender Maßnahmen darüber hinaus an einigen Probestellen hohe Zuwächse bei den Bestandszahlen der Jungforellen festgestellt werden. Diese sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die nun hindernisfreie Passage in den Projektbächen zurückzuführen. Es ist davon auszugehen, dass die Elterntiere der Bachforelle, die zur Laichzeit Kurzdistanzwanderungen unternehmenden, nun vermehrt in die Laichgründe der kleineren Projektbäche einwandern und hier in größerer Zahl als zuvor erfolgreich ablaichen können. Der daraus hervorgehende erhöhte Jungfischbestand (Altersklasse 0+, teilweise auch 1+) ließ sich an zwei Probestellen am Sauerbach sowie an jeweils einer Probestelle am Gier- und am Mühlenbach nachweisen.

Damit konnten nach den gewässerökologischen Optimierungsarbeiten sehr schnell, i.d.R. im ersten Jahr nach Maßnahmenabschluss, positive Reaktionen in der Fischartengemeinschaft ermittelt werden.